Berlin, 9. Januar 2026. Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer hat heute die drei Nominierten für den Deutschen Drehbuchpreis 2026 verkündet. Der Preis ist die wichtigste und höchstdotierte nationale Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Drehbuchschreibens. Allein die Nominierung wird bereits mit 5.000 Euro prämiert. Der Drehbuchpreis in Gold ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert. Über die Preisprämie hinaus können dem Gewinner des Drehbuchpreises Förderungshilfen von bis zu 20.000 Euro für die Herstellung eines neuen Drehbuchs mit künstlerischer Qualität, für die Projektentwicklung oder aber für die Fortentwicklung des ausgezeichneten Drehbuchs gewährt werden.
Der Deutsche Drehbuchpreis 2026 wird am 13. Februar 2026 in Berlin verliehen. Die Preisverleihung findet traditionell im Rahmen der Berlinale beim Empfang des Deutschen Drehbuchverbands statt.
Auf Vorschlag einer unabhängigen Fachjury wurden nominiert (mit Jurybegründung):
1. „Auf einmal drüben“ von Lena Liberta
November 1989, der Mauerfall bringt nicht nur Freude: Für Paula, 10 Jahre alt, eine vorbildliche Pionierin und Musterschülerin, bricht eine Welt zusammen. Sie liebt ihre Schule, das rote Halstuch und vor allem die Chorproben mit ihrem Lieblingslehrer Frank Kreutzer. Über Nacht verliert sie die Orientierung und die Erwachsenen um sie herum taumeln zwischen Euphorie, Ratlosigkeit und Rückzug. Auch ihr Lehrer verliert die Balance, denn zwischen der Freude, endlich frei zu sein und zu sich zu stehen, ereilt ihn die dunkle Vergangenheit: War er ein Informant, um sich zu retten? Schließlich hilft ihnen die gemeinsame Musik, sich in der neuen Welt neu zu positionieren. Die Perspektive des jungen Mädchens auf diesen einzigartigen Moment in der Geschichte Deutschlands ist originell, komisch und zu keinem Zeitpunkt belehrend, anklagend oder nostalgisch. Eine überzeugende Vorlage für einen generationsübergreifenden, mitreißenden Kinofilm, der zum Diskutieren einlädt.
2. „Der zweite Stern von rechts“ von David Ungureit, Markus Dietrich
„Der zweite Stern von rechts“ erzählt die Geschichte des 12-jährigen Aliens Wookiee, der sich zur Wahrung seiner menschlichen Tarn-Identität mit sehr weltlichen Problemen herumschlagen muss: Mobbing durch Mitschüler, Freundschaft, Liebe und Sexualität. Und während wir noch darüber rätseln, ob Wookiee wirklich vom anderen Stern ist, und ob das Liebe ist, was er für Elli empfindet, drängt sich eine Erkenntnis auf: In uns allen steckt ein Alien, dem die Zumutungen des Lebens auf dem Planeten Erde eine Menge Rätsel aufgeben. „Der zweite Stern von rechts“ ist ein berührender und intelligenter Kinderfilm, der auch Erwachsene unterhält.
3. „Kaschiert“ von Claudia Schaefer
„Kaschiert“ erzählt die Geschichte von Sara, die sich einen Stalker eingefangen hat und nicht mehr loswird. Polizei und Gerichte erweisen sich als machtlos. All ihre Strategien versagen. Um ihrem Peiniger doch noch zu entkommen, bleibt Sara nur, sich zu verwandeln. Sie wird zu Sunny, zu einem Mann, der sich endlich frei unter anderen Männern bewegen kann. Doch diese Freiheit hat einen hohen Preis - die totale Selbstverleugnung. Und so strebt Sunny danach sich endgültig zu befreien. Sie wird erst zur Apotheose und dann zur Nemesis des gekränkten Mannes. „Kaschiert“ ist ein moderner Horrorfilm über die Schieflage im Geschlechterverhältnis. Ein Film, der im wahrsten Sinne aufräumt mit den Zumutungen toxischer Männlichkeit.
Mitglieder der Jury waren Elke Brand, Jan Braren, Brigitte Drodtloff, Toks Körner und Edzard Onneken.