KI verändert die Film- und TV-Branche rasant – und das betrifft auch Drehbuchautor*innen. Sender und Produktionsfirmen nutzen KI bereits in verschiedenen Bereichen. Doch was bedeutet das für euch? Welche Chancen und Risiken bringt der Einsatz von KI mit sich? Und vor allem: Wie könnt ihr selbstbewusst entscheiden, wann, warum und wie ihr KI-Tools nutzt – oder bewusst darauf verzichtet?
Unsere monatlichen KI-Lectures per Zoom bieten euch fundiertes Wissen in vier zentralen Bereichen:
Kreativ: Kann KI-Inspiration liefern, euch beim Schreiben unterstützen oder bei der Recherche helfen?
Technisch: Wie funktionieren KI-Tools, und wo sind ihre Grenzen?
Juristisch: Welche Rechte habt ihr als Autor*innen? Wie schützt ihr eure Stoffentwicklung und Werke?
Wirtschaftlich: Welche Veränderungen bringt KI in Honorar- und Produktionsstrukturen?
Wissen ist Macht – und Kreativität braucht Freiraum. KI braucht Kontrolle. Je besser ihr informiert seid, desto souveräner könnt ihr entscheiden, welche KI-Tools euch nützen und wo ihr klare Grenzen setzt.
Einmal im Monat via Zoom! Immer am letzten Mittwoch im Monat.
Meldet euch an und behaltet die Fäden in der Hand, um im Sinne des geistigen Eigentums die Zukunft des Drehbuchschreibens zu gestalten.
Den Zoom-Link zu den Veranstaltungen erhaltet ihr auf Anfrage per E-Mail oder zu gegebener Zeit über den Pfeil neben der jeweiligen Lecture.
Die Teilnahme ist ausschließlich für DDV-Mitglieder möglich.
In dieser KI-Lecture zeigt uns Prof. Dr. Martin Andree, Medienwissenschaftler an der Universität Köln, wie die KI-Systeme der Big-Tech-Plattformen zunehmend die Macht über Inhalte, Reichweite und Erlösströme übernehmen. Die Tech-Konzerne kontrollieren und bestimmen, was gesehen wird und von wem. Neben der Datensammlung von den Plattformdiensten, greifen sich die Tech-Konzerne auch noch Daten und Rechte für ihre GenKI-Tools ab, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen. Mit ihren Algorithmen steuern sie, welche Inhalte in Newsfeeds sichtbar sind, welche Themen oder Personen Aufmerksamkeit bekommen und welche nicht. Martin Andree wird zeigen, wie diese Machtkonzentration fairen Wettbewerb verhindert und wie Verlage, Medienhäuser, Kreative und Autor*innen dadurch aus der digitalen Wertschöpfungskette gedrängt werden. Und warum es gefährlich ist, wenn "Terms and Condistions“ unseren digitalen Alltag stärker bestimmen als Gesetze.
Was bedeutet diese Markmacht für die Informationsverteilung, Meinungsbildung und damit für die Demokratie? Wie steht es um die europäische Datensouveränität?
Spannend für uns Drehbuchautorinnen: Wie können wir Machtstrukturen, algorithmische Kontrolle und digitale Ausbeutung im Netz für ein Publikum greifbar machen?
Ein Erfahrungsaustausch u. a. zum DDV-Praxisleitfaden "KI und Drehbuch". Mit Jan Herchenröder und Oliver Schwenzer.
Die Philosophin Dorothea Winter lotet in ihrem Buch „KI, Kunst und Kitsch - Ein philosophischer Aufreger“ die Verheißungen und Verderbnisse der Einsätze von KI-Systemen aus und entwickelt belastbare Kriterien, um die Einflussmöglichkeiten von KI zu identifizieren und einzuschätzen. Jüngste Beiträge von Dorothea Winter u.a. das taz-Interview "KI-Bilder sind für den Populismus extrem nützlich“ ,"Digitaler Humanismus: Die unverzichtbare Rolle menschlicher Autorschaft im Zeitalter der Technologie im Rahmen von Rationalität – Freiheit – Verantwortung" (De Gruyter 2024), ihr Beitrag im Philosophie Magazin „ChatGPT: Wie kann man sprechen, ohne zu denken?“ sowie ihr Podcast Philosofun. Die KI-Lecture diskutiert KI-Kennzeichnungspflicht, warum KI-Quoten hilfreich wären, warum menschliche Autorenschaft unverzichtbar ist und sie dekliniert den Einsatz von KI-Systemen am Beispiel von Kunst durch. Dabei umkreist sie die Fragen um Wahrheit, Wirkung, Wahrnehmung – werden wir längst manipuliert? Das alles liefert uns einen abgeklärten Blick auf die hitzige Debatte und Kriterien, um eine eigene Position zu finden.
Tobias M. Huber arbeitet bei Storybook Studios mit KI-Tools, um Geschichten zu erzählen und neue Produktionsprozesse zu finden. Die Arbeit mit synthetischen Figuren und KI-gestützter Animation eröffnet neue Möglichkeiten, zwingt aber auch dazu, über die Grenzen des Machbaren nachzudenken. Was passiert, wenn Menschen mithilfe von KI nicht nur Figuren erschaffen, sondern ganze Welten? Welche Chancen, Möglichkeiten – aber auch Unmöglichkeiten – entstehen, wenn die Kreation zwischen Mensch und Maschine ausgehandelt wird? Wie viel Kontrolle behält man? Wie verändern sich Entscheidungsprozesse? Anhand der Animationsserie Space Vets sowie des Kurzfilms Daisy berichtet Tobias M. Huber von seinen Erfahrungen, Erkenntnissen und Lernprozessen im praktischen Experimentieren mit generativer KI.
Mit Prof.Dr.-Ing. Sebastian Stober, AI Lab (OvGU Magdeburg), ergänzt durch die juristische Perspektive von RA Oliver Schwenzer und Geschäftsführer Jan Herchenröder.
In dieser KI-Lecture geht Prof. Dr. Sebastian Stober auf zwei seiner Studien ein: GenKI und das Urheberrecht – warum generative KI nicht einfach unter das Text-Data-Mining (§ 44b UrhG) fällt.
Und die Möglichkeiten der Quellendokumentation und -auskunft bei generativen KI-Systemen.
Transparenz - enorm wichtig für Urheber-und Nutzungsrechte, denn zweifelsohne werden Rechte berührt beim KI-Training, beim Finetuning oder beim Einsatz in RAG-Systemen. Die Auskunftspflicht der Datenverwendung ist also zentral. So wird deutlich: Mehr Transparenz ist möglich – und nötig. Denn für alle, die urheberrechtlich geschützte Werke erschaffen, ist es ökonomisch essentiell, für bestehende Nutzungsrechte und neue Nutzungsarten vergütet zu werden. Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es, um Nutzungsrechte zu kontrollieren, Urheberrechte einzuhalten und rechtliche Risiken im Umgang mit KI zu minimieren? Das wollen wir herausfinden.
Eine KI-Lecture über die Herausforderungen an der Schnittstelle von Kreativität, Recht und KI.
Tobias Frühmorgen ist Filmdozent, Filmemacher und Forscher. Als Filmdozent unterrichtet er Creative Production, Projekt- und Thesis-Betreuung an der Lusófona Universität in Lissabon (Portugal) im Europäischen Masterprogramm KinoEyes sowie im Masterstudiengang Film, im Bachelorstudiengang Cinema und im Bereich Green Production / Green Consultant. Er stellt gerade seinen wissenschaftlich-künstlerischen PhD an der Filmuniversität Babelsberg zum Thema 'AI und Screenwriting' fertig. Im Wendepunkt Magazin des Dramaturgen Verbands hat er den Artikel “Der Monolith – KI beim Drehbuchschreiben” veröffentlicht.
In der KI-Lecture diskutieren wir mit Tobias Frühmorgen seine Erfahrungen aus seinem künstlerischen Forschungsprojekt Frost Bite – einem Kurzfilm, der gemeinsam mit GPT-4 entwickelt wurde.
Anhand seines strukturierten Modells besprechen wir vier zentrale Phasen der Zusammenarbeit mit KI:
1. Themenfindung und Grundkonflikt
2. Storyworld-Entwicklung
3. Charakterentwicklung
4. Dramaturgische Ausarbeitung
Was verändert sich im kreativen Schreibprozess, wenn Künstliche Intelligenz mitredet? KI-Tools wie ChatGPT versprechen viel, doch liefern sie wirklich Spannungsbögen, Struktur und Tempo? Welche Rolle spielt gezieltes Prompting im kreativen Dialog? Wie geht ChatGPT mit Konflikten um, jener erzählerischen Essenz, ohne die keine Geschichte funktioniert? In welchen Phasen unterstützt ein KI-Modell sinnvoll – und wo stößt es an seine Grenzen, im Vergleich zu Narrationen, die von echter Lebenserfahrung, menschlichem Feingefühl, Ambivalenz und echtem Verstehen beruhen? Wie viel Kohärenz, Tiefe und Originalität kann ein KI-System tatsächlich leisten? Und gelingt es der Maschine, die innere Logik komplexer Erzählungen – die Verkettung von Ursache und Wirkung – wirklich zu erfassen?
Ein Gespräch über die Chancen und Fallstricke kreativer Kollaboration zwischen Mensch und Maschine.
Prof. Dr. Hans Uszkoreit, LLM-Experte und wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gibt uns Einblicke in die Wirkungsweisen von LLM-Tools und deren Stärken und Schwächen.
Welche Prompting-Methoden helfen, die Verlässlichkeit von angefragten Wissen zu verbessern? Warum glänzen LLMs bei stilistischen Korrekturen (Grammatik, Wortwahl) , aber stoßen bei ethischen Abwägungen an Grenzen? Und grundsätzlich: Was unterscheidet maschinelles Wissen von gelebter Erfahrung und wie wirkt sich das auf das Geschichtenerzählen aus? Was müssen Autor*innen beachten, wenn sie LLMs als Sparringspartner benutzten? Welche Qualitätskontrollen müssen beim Einsatz von LLMs stattfinden? Welche Reflektionsebenen sollten die KI-Antworten durchlaufen? Was ist das Besondere an generativer KI, und wie wird sie sich weiterentwickeln?
Wir diskutieren darüber, welchen Einfluss LLMs auf das Schreiben, das kritische Denken und das kreative Entschieden hat – und wie wir als Autor*innen damit selbstbestimmt umgehen.
KI ist ein mächtiges Werkzeug, das Drehbuchautor*innen vor neue Herausforderungen stellt. In seiner Lecture gibt Produzent Radek Wegrzyn einen praxisnahen Einblick, in welchen Bereichen Künstliche Intelligenz in der Produktion eingesetzt werden kann. Welche Tools nutzt er in Bezug auf Stoffentwicklung, Analyse, Figurenperspektiven, Bild, Bewegtbild, Ton und 3D? Wie lassen sich KI-generierte Inhalte in den Produktionsprozess integrieren, ohne die künstlerische Kontrolle zu verlieren? Er zeigt, was beim Einordnen der unterschiedlichen Entwicklungen wichtig ist und wie der Schutz von Urheberrechten in der Rechtekette aussieht, wenn generative KI zum Einsatz kommt.
Gemeinsam diskutieren wir den Einsatz von KI-Tools, die neuesten Entwicklungen und deren Bedeutung für die Zukunft des Drehbuchschreibens.
Wie können KI-Tools den Schreibprozess bereichern, Ideen verfeinern und Autor*innen in ihrer Arbeit unterstützen?
Prof. Michael Schwertel eröffnet die Session mit einem praxisnahen Impulsvortrag und zeigt, welche KI-Tools Drehbuchautor*innen gezielt in Recherche, Drehbuchentwicklung und Produktion einsetzen können. Der Fokus liegt auf konkreten Anwendungsfällen, Chancen und Herausforderungen sowie dem strategischen Einsatz von KI im kreativen Prozess. Im Anschluss habt ihr die Möglichkeit, Fragen im offenen Chat oder direkt im Q&A zu stellen.
Prof. Michael Schwertel, Professor Media Management, CBS International Business School
Media Management | KI-Keynotes und Workshops | Künstliche Intelligenz, Medieninnovationen und kreatives Denken.